Die Blendung

2016

Von Elias Canetti
In einer Bühnenfassung von Margit Mezgolich

PREMIERE SA 5.März 2016, 20.00
VORSTELLUNGEN Do 9. und Sa 11. Juni 20.00

Foto: Anna Stöcher

Kartenverkauf

“Manchmal kommt die Masse über uns, wie ein brüllendes Gewitter.“

 Die Liste der ungelesenen Klassiker ist lang. Die Liste derer, die es zu Unrecht sind, kürzer. Margit Mezgolich holt einen der größten österreichischen Romane des 20. Jahrhunderts aus diesem Schatten und bringt eine Fassung auf die Bühne des TAG, die ihren Fokus auf den skurrilen Humor und sein komödiantisches Potenzial setzt.
Das Fesselnde an Canettis Roman „Die Blendung“ ist weniger der Plot – die Geschichte eines weltabgewandten Privatgelehrten, der von seiner geldgierigen Umwelt ausgenützt, betrogen und schließlich zerstört wird –, als vielmehr Canettis über die Maßen groteske Figuren. Der Kampf, den diese miteinander führen, geht an und über die Grenzen des Wahnsinns. Sie alle sind sowohl erschreckend gewöhnlich sowie zur gleichen Zeit irrwitzig schräg.
Canetti zeigte die beklemmende Beschränktheit des Einzelnen auf seinen eigenen Horizont und die Unfähigkeit zu wirklicher Auseinandersetzung mit einem Gegenüber auf, lange bevor diese Phänomene aktuell wurden. Das daraus resultierende ständige Aneinander-Vorbeireden und die hohe Skurrilität der Figuren liefern Margit Mezgolich die Grundlage für einen grotesk-komischen Theaterabend, der uns gleichzeitig einen Erkenntnisschauer über die menschlichen Abgründe den Rücken hinunterjagt.

ES SPIELEN Alexander Braunshör, Jens Claßen, Georg Schubert, Petra Strasser und Elisabeth Veit
TEXT UND REGIE Margit Mezgolich
AUSSTATTUNG Alexandra Burgstaller
DRAMATURGIE Tina Clausen
REGIEASSISTENZ Laura Tontsch
LICHT Hans Egger
TECHNIK Andreas Nehr, Frank Fetzer 

Presse:

Der Standard: Margarete Affenzeller
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